Rückblick Antikolonialer Monat 2019

Der Antikoloniale Monat fand vom 03. Oktober bis 15. November 2019 in Berlin und Hamburg statt und verfolgte das Ziel der Vereinigung antikolonialer Kämpfe im Herzen Europas. Das mehrheitlich von migrantischen und diasporischen Kollektiven organisierte Programm beinhaltete neben drei Forumtagen am 5., 6. und 26. Oktober und der Antikolonialen Demonstration am 12. Oktober insgesamt 25 weitere Veranstaltungen. Diese setzten sich in Form von Demonstrationen, Filmscreenings, Vorträgen, Paneldiskussionen, Workshops und Theater mit den verschiedenen Formen des Rassismus, mit Migration und Staatsgewalt, Schwarzen und indigenen Befreiungskämpfen, Kämpfen gegen patriarchale Unterdrückung, Extraktivismus und der ökologischen Krise, Neoliberalismus, Imperialismus und der Geschichte kolonialer Unterdrückung und antikolonialen Widerstands, insbesondere durch Kultur, Nachbarschaftsorganisierung und Grassroot Prozesse, auseinander. Die Beteiligung am ersten Antikolonialen Monat hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Etwa 8000 Menschen nahmen an der Antikolonialen Demonstration sowie insgsamt 350 an den drei Forumstagen teil. Auch die weiteren Veranstaltungen waren sehr gut besucht.


Die massenhaften Ausbrechen von Volksaufständen für ein Leben in Würde und Freiheit in aller Welt, sowie das Zusammenkommen unterschiedlicher Gruppen und Communities in Berlin – über sprachliche, kulturelle und ideologische Grenzen hinweg – zeigen die Bedeutung und das vereinende Potenzial des antikolonialen Kampfes. Motiviert durch die Erfahrung diesen Jahres und die solidarische Atmosphäre während der Veranstaltungen, sind wir davon überzeugt, dass die Sichtbarmachung und Stärkung dieser Kämpfe in Deutschland und Europa unabdingbar ist. Es steht außer Frage, dass der hiermit begonne Prozess fortgeführt werden muss.
Als Organisator*innen möchten wir das Projekt des Antikolonialen Monats als gemeinsamen Horizont festhalten und weiterentwickeln, auch wenn wir nach den großen Anstrengungen zunächst in die Winterpause gehen. Für die Zukunft nehmen wir uns vor, die Organisator*innenbündnis zu erweitern, um Verbindungen zu Gruppen und Gemeinschaften aufzubauen, die bisher nicht anwesend waren oder mit geringerer Repräsentanz teilgenommen haben. Viele Stimmen äußerten außerdem den grundsätzlichen Willen die Vereinigung unserer Kämpfe in Berlin auch über den Antikolonialen Monat hinaus, im ganzen Jahr zu intensivieren. Im Sinne der Nachhaltgikeit laden wir daher zur weiteren kontinuirlichen Zusammenarbeit ein.