Über uns

Der Lateinamerikanische Block entstand Ende 2018 aus dem Zusammenfluss verschiedener linken Organisationen und Aktivisten, die sich solidarisch mit den Volkskämpfen in Lateinamerika und in der politischen Organisation von Migranten, Flüchtlingen und diasporischen Communities in Deutschland engagiert hatten. Angesichts des Vordringens der Rechten und des Faschismus, sowohl in Lateinamerika als auch in Europa, wird es dringend notwendig, Räume des Widerstands und der Solidarität zu schaffen. Angesichts der Atomisierung der Linken und der nationalen Herangehensweise an Probleme, die uns länderübergreifend betreffen, beschlossen wir, uns zu vereinen und unsere Kräfte zu bündeln. Wenn wir uns als Migranten organisieren, in einem Kontext, der von politischer Verfolgung und der Kriminalisierung des sozialen Kampfes geprägt ist, können wir unsererseits Kommunikationsbarrieren überwinden und die zensierten Stimmen unseres Kontinents widerhallen lassen.

Wir sind eine große und vielfältige Gruppe, aber wir sind durch eine Reihe von gemeinsamen Vereinbarungen vereint:

-Wir verstehen Internationalismus als Solidarität mit Volkskämpfen, sozialen Bewegungen und politischen Akteuren verschiedener Art, die sich dem Faschismus, Imperialismus und Neoliberalismus sowohl in Lateinamerika als auch in der übrigen Welt widersetzen. Wir sind der Ansicht, dass unsere Rolle darin besteht, die Rolle der europäischen Akteure, sowohl der staatlichen als auch der privaten, bei den Problemen, die unsere Territorien durchqueren, sichtbar zu machen, anzuprangern und zu konfrontieren sowie die Kampferfahrungen und die politischen Alternativen, die dort und hier aufgebaut werden, bekannt zu machen.

-Wir arbeiten im Bündnis mit anderen Migranten- und Diasporagemeinschaften in Berlin, da uns eine ähnliche Geschichte der Kolonisierung und des Widerstands verbindet. Wir setzen uns für die Bildung eines breiten antikolonialen Bündnisses ein, das diejenigen zusammenbringt, die die Auswirkungen und gegenwärtigen Formen des Kolonialismus bekämpfen wollen.

-Wir halten die Verteidigung von Territorien und Natur als Grundlage des Lebens und der Souveränität für grundlegend. Wir feiern das wachsende Interesse an der ökologischen Krise, aber wir sind der Meinung, dass die Lösung nicht in der Suche nach nachhaltigen Alternativen innerhalb des vorherrschenden kapitalistischen Modells liegt, sondern in den Horizonten, die sich aus einer tiefen und dialogischen Reflexion über den Ursprung von Klassen-, Geschlechts- und ethnisch-rassischen Ungleichheiten ergeben, die sozio-ökologische Konflikte in Gebieten durchdringen, die einer extraktivistischen Produktionsbeziehung untergeordnet sind. Dieser Kampf kann nicht stattfinden, ohne die Rolle anzuprangern, die nicht nur die europäischen multinationalen Unternehmen bei der Erzeugung von Unterdrückungs- und Gewaltdynamiken in der Region spielen, sondern auch die Rolle der europäischen Staaten bei der Verteidigung dieser Interessen durch Handels-, Sicherheits- oder Militärabkommen sowie ihre Komplizenschaft bei der systematischen Ermordung von gesellschaftlichen Führern, die in Lateinamerika Widerstand leisten.

-Wir lassen uns von den historischen Kämpfen der Frauen* inspirieren, die zu einer Vielzahl von Feminismen und Perspektiven des antipatriarchalen Kampfes geworden sind. Wir versuchen, Räume zu schaffen, um unsere eigenen Formen der Verinnerlichung der Logik des Patriarchats zu hinterfragen und von den Perspektiven des Volks- und Gemeinschaftslebens, des afroamerikanischen Feminismus und der kurdischen Frauenbewegung zu lernen, unter anderem. Deshalb sind wir ein aktiver Teil der Bündnisse von Migrantinnen* in Deutschland und des gemeinsamen Kampfes mit anderen populären Sektoren gegen alle Formen von Gewalt und Ungleichheit.

Der Lateinamerikanische Block versammelt sich am ersten Samstag jedes Monats, und seine wichtigste Kommunikationssprache ist Spanisch. Unser täglicher Aktivismus ist durch ständige Arbeitsgruppen um thematische und praktische Achsen (Ökologie, Feminismus, territoriale Arbeit und Antikolonialismus; Kommunikation, Analyse und Debatte, und künstlerische Interventionen) und temporäre Gruppen, die sich um bestimmte Themen oder Aktionen bilden, strukturiert. Wenn ihr teilnehmen möchtet, schreib uns eine Nachricht, in der Ihr uns ein wenig über Euch selbst, Eure Interessen und Eure Motivation erzählt, oder kommt zu der Einführung, die wir zu Beginn jeder Versammlung anbieten.